Montag, 3. August 2020

Faulenzertage

Von Anita

Dieser Tage verzeichneten wir  - nach Wochen stetig voller Belegung und Tagesgästen in Scharen - für einmal mehr Stornierungen als Buchungen. Kein Wunder, die Wetter Apps versprachen für heute und morgen hübsche dunkle Wolken und Regentropfen. Und diesmal glaubte auch ich ihnen. Auf das gute alte Barometer draussen neben der Haustüre ist nämlich immer noch am ehesten Verlass: Zwei Schlechtwettertage sind auf Mutten angesagt.

Was machen wir da?
Faulenzen, meinen unsere Katzendamen Lynn und Morabell. 
Keinen Hund schickt man schliesslich bei solchem Wetter nach draussen. Recht haben sie.


Nicht aber wir anderen. Endlich ist mal Zeit, um beispielsweise Bettwäsche zu waschen.
Gleich vier Zimmer haben wir uns vorgeknöpft - 37 Betten - und dies mit einer Waschmaschine, deren Kapazität gleich mal für vier Anzüge pro Waschgang reicht. Aber das ist doch immer noch besser als ohne... 


So läuft die gute Marie nonstop durch und wäscht und schleudert munter vor sich hin, während Barbara und Romy immer noch mehr Nachschub bringen...


Die Zimmer werden eines nach dem anderen geputzt, Matratzen abgestaubt und die Betten - mit herrlich duftender Bettwäsche - wieder angezogen, auf dass die nächsten Gäste hier wieder schlummern wie Gott in Frankreich.


Und Mario?
Mario rüstet, backt und kocht ganz still und leise vor sich hin was das Zeug hält: Bleche voller Nusstorten, Streuselkuchen, Linzertorten, Schoggikuchen und Brote stapeln sich auf dem Küchentisch und freuen sich darauf, ab Mittwoch bei sonnigem Wetter wieder auf den Tellern der Gäste zu landen.
Daneben hält er uns Frauen mit Pizza, Quinoaplätzchen und gebratenem Gemüse bei guter Laune.


Und ich?
Ich hocke derweil ein bisschen im Büro und gehe meinen "Lieblingsbeschäftigungen" nach: Rechnungen schreiben und Rechnungen bezahlen, COVID-19-Gästekontaktdaten im Laptop für das Glarner Gesundheitsamt digital erfassen (eine Zehntausendfranken-Busse möchte ich mir nicht leisten...), Löhne und Arbeitsstunden abrechnen, Buchhaltung führen etc.


Dazwischen träume ich ein bisschen von der Kistenpasshütte, in der ich diesen Sommer noch nie war, vom Hausstock, über dessen Furggeli ich liebend gerne wieder einmal kraxeln würde und vom Muttenberg, dessen Gipfelpanorama ich vermisse... Und von meinen Jungs unten im Tal, meinem Auto (seit sieben Wochen verwaist auf irgendeinem Parkplatz im Tierfehd), meinen Hosen daheim im Schrank, im Frühling zu eng und jetzt passend und von einem sinnlos schönen Fernsehkrimi auf dem Sofa...

Liebe Grüsse aus der Muttseehütte SAC!
Wir sind auch an Faulenzertagen mit vollem Einsatz für euch da :-)



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen